Unter welchen Umständen und inwieweit könnte Systemen mit künstlicher Intelligenz Kreativität zugesprochen werden? Welche Funktion kann künstliche Intelligenz im Rahmen kreativer Prozesse einnehmen? Welche ethischen Probleme würden beim Einsatz von kreativen künstlichen Intelligenzen auftreten und welche sind für kreative Prozesse generell charakteristisch?
Um mögliche Antworten auf diese Fragen diskutieren zu können, werden zunächst verschiedene Ansätze künstlicher Intelligenz und Möglichkeiten, Kreativität zu definieren und zu beschreiben, betrachtet. Diskutiert werden zudem relevante Aspekte aktueller kognitionswissenschaftlicher Debatten zum Thema Extended Mind und ästhetische Fragen, wie etwa jene nach dem Wert der Kunst, der Stellung von MusikerInnen oder KomponistInnen in einer KI-Umgebung oder der Möglichkeit für einen Algorithmus, selbst UrheberIn eines Kunstwerks und damit KünstlerIn zu sein. Auf dieser Grundlage sollen schließlich Kriterien entwickelt werden, mit deren Hilfe aktuelle Beispiele KI-basierter Musik- und/oder Kunstproduktion systematisch analysiert werden können. Zur Ethik werden nach einer Einführung in ethische Perspektiven exemplarisch einige ethische Probleme aus dem Themenfeld virtuelle Realität, Autonomie und Kreativität diskutiert.
Nach dem Vorlesungsteil werden entsprechende Beispiele in einem Kolloquiumsteil von den Studierenden (MA, Diplom/Vordiplom) in Form von Referaten (HfM, UB, HfG) oder eigenen künstlerischen/musikalischen Arbeiten (HfG) vorgestellt. Diese Veranstaltung wird gemeinsam von der Hochschule für Musik Karlsruhe, der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe sowie der Universität Bayreuth durchgeführt.Nach Absprache mit den Dozenten können Teilnehmende bewertbare Seminararbeiten bzw. Seminarvorträge pbernehmen.