Die Emanzipation des Individuums von traditionellen Autoritäten und Institutionen war das treibende Element der politischen, sozialen und ökonomischen Entwicklung der letzten fünfzig Jahre. Parallel dazu haben sich jedoch auch staatliche Akteure wie Regierungen, Bürokratie, Polizei, Militär und Geheimdienste zunehmend von der Gesellschaft „emanzipiert“. Die von immer mehr Bürgerinnen und Bürgern empfundene Entfremdung von politischen Institutionen und Eliten sowie die zunehmende Atomisierung und Spaltung der Bevölkerung geben Anlass, die Frage nach der Wirklichkeit der Demokratie – der Selbstregierung der Bevölkerung – neu zu stellen.
Bedeutet Demokratie freie Wahlen und freie Meinungsäußerung? Oder braucht Demokratie mehr als das? Müssen die Prozesse politischer Willensbildung völlig neu gestaltet werden?
Das Seminar beginnt mit einer kurzen historischen und philosophischen Untersuchung des Prinzips Demokratie und seiner diversen Manifestationen. Mit Blick auf entsprechende Analysen zeitgenössischer Denkerinnen und Denker sowie auf radikaldemokratische Praktiken der Gegenwart werden wir versuchen, das Design einer Demokratie der Zukunft zu skizzieren.
* Zitat Gustav Landauer