Der Einstieg in dingtheoretische Fragestellungen ist mitunter komplex, erfordert er von uns doch ein radikales Umdenken und eine neue Perspektivierung, die lange als kontraintuitiv galt und zugleich aktueller nicht sein könnte (Global Warming, Corona-Virus, künstliche Intelligenzen). Auf welche Weise haben nichtmenschliche Kräfte und Aktanten Einfluss auf – gar gesellschaftliche – Ereignisse und – gar politische – Prozesse, die wir zunächst als subjektiv gesteuert und kontrolliert verstehen? Welche Macht liegt in den Dingen, und wie können wir uns ihr diskursiv annähern? Welche künstlerischen Ansätze ermöglichen uns eine neue Sichtweise auf die Dingwelt in uns und um uns und mit uns? Der Lektürekurs „Vibrant Matter“ dient der kollektiven Auseinandersetzung mit dem gleichnamigen Buch der US-amerikanischen Politologin Jane Bennet aus dem Jahr 2010. Bennett schlägt vor, dass die Erkenntnis einer Handlungsfähigkeit, die nicht allein in der Hand von Menschen liegt, die Kultivierung einer verantwortungsvolleren, ökologisch vernünftigen Politik anregen könnte. In sechs geduldigen Sitzungen wollen wir ihr (englischsprachiges) Buch gemeinsam Lesen, Kapitel für Kapitel, Absatz für Absatz, manchmal Satz für Satz – und zusammen nachvollziehen und diskutieren. Der Lektürekurs kann auch als theoretische Vorbereitung für den Workshop „Projektdramaturgie – Dinge auf der Bühne (und anderswo)“ genutzt werden. Literatur (zur Anschaffung empfohlen):
Literatur (zur Anschaffung empfohlen): Jane Bennet, Vibrant Matter. A Political Ecology of Things, Durham/London 2010

Workshop „Projektdramaturgie – Dinge auf der Bühne (und anderswo)“
Der Workshop „Projektdramaturgie – Dinge auf der Bühne (und anderswo)“ geht aus von den künstlerischen Projekten und Recherchen seiner Teilnehmer*innen. Auf der Basis der künstlerischen Projekte – seien es abgeschlossene oder noch im Prozess befindliche Arbeiten, seien es Projektvorhaben, seien es Konzepte – sollen dramaturgische Strategien besprochen und nach Möglichkeit erprobt werden, die uns ein Erschließen ästhetischer Prozesse vom Gegenstand her, von ihren materiellen und sensuellen Aspekten her erleichtern könnten. Teilnehmer*innen sind gebeten, über eigene künstlerische Projektideen und -realisationen zu berichten und/oder sich vorbereitend mit Positionen anderer Künstler*innen auseinanderzusetzen, deren Arbeiten aus objekttheoretischer Sicht interessant sein könnten.