Trotz der unzähligen Theorien zur Komik in der Philosophie, Ästhetik, Anthropologie und Psychoanalyse bleibt für uns in vielen Situationen unser eigenes Lachen ein Geheimnis. Als komplexes Zusammenspiel verschiedener physiologischer, soziokultureller und psychologischer Faktoren lässt sich das Lachen kaum auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Aristoteles, Henri Bergson, Sigmund Freud, Michael Bachtin, Theodor W. Adorno, Hélène Cixous, Umberto Eco, Agnes Heller und viele andere bieten wichtige intellektuelle Inspirationen, um sich mit der Frage nach dem Sinn und der Natur des Lachens und des Komischen in der Kunst und Kultur auseinanderzusetzen.
Ist das Lachen ein subversiver Akt der politischen und gesellschaftlichen Befreiung und Aufhebung der Machthierarchien (Bachtin) oder, im Gegenteil, eine Instanz der Sozialkontrolle und Disziplinierung des Alltagsverhaltens in der bürgerlichen Gesellschaft (Adorno), oder ist es bloß eine neutralisierende körperliche Reaktion auf äußere Reize zum Ausgleich der inneren psychischen Spannung (Freud)?
In der künstlerischen Produktion findet man nicht nur unterschiedliche Antworten, sondern auch diverse "Technologien" und Strategien, mit deren Hilfe Effekte des Komischen erzeugt werden. Diese "Technologien" und Strategien stehen im Mittelpunkt des Seminars und werden sowohl in historischen als auch in aktuellen Beispielen analysiert.