Thema des Workshops ist die Beziehung zwischen der Kamera und dem Raum der Aufnahme sowie dem Raum der Projektion in theoretischer und in praktischer Weise. Wir beschäftigen uns mit grundlegenden Fragen wie Blickverhältnissen, raum-zeitlichen Relationen sowie Verschränkungen von Innen- und Außenräumen. Die Kamera dient zunächst als Instrument der Raumanalyse. Wir untersuchen im Weiteren, ob und wann die Kamera selbst ein Performer sein kann. Welche Blickverhältnisse sind durch die vorhandene Architektur bereits determiniert und wie können diese wiedergegeben werden? Wer wird durch den Blick der Kamera repräsentiert, wessen Blick wird wiedergegeben? Repräsentiert die Kamera selbst den Blick des nicht sichtbaren Performers, wenn der Raum der Performance leer bleibt? Was würde sich durch den Einsatz einer 360-Grad-Kamera verändern? Wir arbeiten in und mit der Außen- und Innenarchitektur der HfG und dem Großen Studio. Im Zeitrahmen einer Woche sollen alle Schritte von Raumanalyse, Aufnahme, Schnitt und Projektion geplant und durchgeführt werden. Neben der praktischen Arbeit bietet der intensive Workshop zahlreiche filmische Anschauungsbeispiele zu den angesprochenen Themen, speziell aus dem Experimentalfilm und der Aufführungspraxis. Der Filmemacher und Musiktheaterregisseur Daniel Kötter setzt in seinen performativen Arbeiten stets Bewegtbild in sehr unterschiedlichen Formaten ein. In einer langjährigen Zusammenarbeit mit Constanze Fischbeck (u.a.„state-theatre“) widmeten sie sich dem Thema der Analyse von Bedingungen der Performativität in internationalen Theater-Architekturen.