Das Seminar verhandelt den Ausstellungsraum als zeitgenössischen Möglichkeitsraum für die Dekonstruktion und Transformation hegemonialer Wissensformationen. Während der erste Teil im Sommersemester 2020 Kunsträume auf ihr subversives Handlungspotential hin beleuchtet hat, widmet sich der zweite Teil im Wintersemester 2020/2021 der kritischen Analyse von historisch und aktuell wirkmächtigen Institutionen und ihren Techniken der Machtausübung. Untersucht werden künstlerische und kuratorische Strategien, welche die Dynamiken der herrschenden (neo)kolonialen und (neo)liberalen Ordnung, die materiellen und institutionellen Verkörperungen wie auch die immateriellen Aufführungen von Biomacht und Nekropolitik verhandeln, unterwandern oder direkt in diese eingreifen. Im Vordergrund stehen dabei Praktiken, die eine ständige Neubewertung der kontrollierenden, disziplinierenden, normierenden und ausgrenzenden Gewalt einfordern, die von (Kunst‐)Institutionen und auch von Visualisierungspraktiken fortgeführt oder konstruiert werden.
Das Seminar bietet zudem einen intensiven Einblick in die kuratorische Praxis im Kontext der dreiteiligen Reihe "Actually, the Dead Are Not Dead" am WKV in Stuttgart, insbesondere während des Aufbaus und der Ausstellungszeit des dritten Teils, der sich dezidiert mit der Analyse und dem Transformationspotential von Institutionen auseinandersetzt.