Die AG soll die Ergebnisse des gleichnamigen Seminars vom Sommersemester zusammentragen und Ideen für eine Ausstellung und/oder Publikation sammeln. Im Gespräch sind auch Kooperationen mit einem naturwissenschaftlichen Forschungsinstitut und einer kulturwissenschaftlichen Zeitschrift.

Das Thema:

Auf den baden-württembergischen Arzt Franz Anton Mesmer (1734-1815) geht die Bezeichnung "Tierischer Magnetismus" zurück. Mesmer ging von Energieströmen im menschlichen oder tierischen Körper aus, die durch Massagen und andere Kuren neu ausgerichtet und mit den kosmischen Kräften in Einklang gebracht werden können. Im Englischen ist "animal magnetism" bis heute ebenso geläufig wie "to mesmerize" (bannen, verzaubern), was sich aus dem Erfolg des Mesmerismus unter Verfechtern der Hypnose erklärt.

Davon ausgehend, hat das Seminar Phänomene der kollektiven Ausrichtung, Orientierung, Synchronisierung oder Uniformierung behandelt, die wie von unsichtbarer Hand gesteuert scheinen und auf verborgene „Richtkräfte der Gesellschaft“ (Joseph Beuys) hindeuten.

Zwei leitende Fragen waren: Wie oder in welcher Form treten diese gesellschaftlichen Kraftfelder zutage? Und gibt es, weiterhin bildhaft gesprochen, auch Möglichkeiten einer "Entmagnetisierung" von Gesellschaft?