Die Auflösung einer Szene oder eines beobachteten Geschehens in Kameraeinstellungen 
ist das Fundament jeder filmischen Erzählung. Wir werden uns zwei Wochenlang lang intensiv mit dem Thema 
Auflösung beschäftigen. Dies beinhaltet einen kurzen historischen Abriss über die Entwicklung der Filmsprache mit besonderem Augenmerk auf die Debatte der Nouvelle Vague: Mise-en-Scène versus Montage / André Bazin (Schneiden verboten!) sowie Jean-Luc Godard (Schnitt, meine schöne Sorge!). Den verschiedenen Positionen werden wir nachspüren durch Analyse verschiedenster Filmbeispiele. In kleinen Übungen gibt es die Möglichkeit, eigene kreative, adäquate Auflösungen für ausgesuchte kurze Szenen/Aufgaben zu finden.
In der zweiten Woche wird der Schwerpunkt auf der Betrachtung von subjektiven Perspektiven liegen. Wie machen wir das innere Erleben einer Figur für den Zuschauer durch die Auflösung erfahrbar? Auch hier werden facettenreiche Beispiele präsentiert. Eine Aufgabe für die Studierenden wird sein, für eine längere Szene eine Auflösung zu entwickeln. Nach der Auswertung der entstandenen Auflösungen werden wir anschließend diverse Verfilmungen dieser Vorlage aus der gesamten Filmgeschichte anschauen. So lassen sich ganz unterschiedliche Ansätze gut auf ihre Wirkung hin vergleichen.

Ute Freund ist Bildgestalterin und hat bereits im Wintersemester 2019/2020 mit Serpil Turhan ein praktisches Seminar mit dem Titel „Mittel der Bildgestaltung – Von der Idee zur filmischen Erzählung“ veranstaltet. Ihre Filmographie umfasst Projekte mit einer großen Bandbreite inhaltlicher, gestalterischer und technischer Art: von Arbeiten für Videokünstler über klassische Kinofilme – gedreht auf 35mm und digital – und experimentelle sowie essayistische Dokumentarfilme bis hin zu Werbeclips. Ute Freund hat viele Jahre an der filmArche in Berlin gelehrt.