In den letzten Monaten haben unsere Körper die Routinen in vielen Lebensbereichen verändert. Wir kennen nun Lieder zum Händewaschen, haben aber auf dem Weg in die neue Normalität während Lockdown, Social Distancing und Home Office vielleicht auch unkonventionelle Wege der Körperpflege beschritten. Darüber hinaus schlägt sich in bereits etablierten Strömungen wie No Poo und Free Bleeding nicht zuletzt auch eine große Skepsis gegenüber den Angeboten der Industrie und deren Folgen für uns und unseren Lebensraum nieder. Welche Entwicklungen lassen sich fortführen? Wo sind weitere Veränderungen und Alternativen denkbar? Die gemeinsame Bestandsaufnahme bildet den Auftakt: Wie entstehen Normen und Routinen der Körperpflege? Welche Produkte verwenden wir, wie werden sie hergestellt und wo gehen sie hin? Ein wichtiger Aspekt dieses Seminars ist die praktische Arbeit. Es soll hier die Methode eines Subversive Reverse Engineering von Produkten und Prozessen materiell erprobt werden. Till Eulenspiegel – niederdtsch. „Dyl Ulenspegel“, „ulen“ = wischen, „spegel“ = Spiegel (Jägersprache: Gesäss, helles Fell am Hinterteil von Reh und Hirsch) – wird als Schutzpatron über das Seminar wachen. Materielle Entgleisungen und Ungeheuerliches sind herzlich willkommen. Die praktische Arbeit findet u.a. in Verbindung mit Tibor Weissmahrs „Makerspace“ statt.