Dieser Kurs gehört zu den wenigen rein analogen, künstlerisch-experimentellen Zeichenformaten an der HfG Karlsruhe. Im Zentrum steht die Frage: Was kann Zeichnung heute bedeuten? Zeichnung wird hier nicht primär als Technik verstanden, sondern als Praxis von Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Handlung.
Im Sommersemester 2026 arbeiten wir zum Thema „Drawing as Therapy“. Dabei wird Therapie nicht im klinischen Sinne verstanden, sondern als künstlerische Strategie der Selbstregulation und Konzentration. In einer Zeit permanenter medialer Reizüberflutung untersuchen wir, wie analoge Zeichenprozesse durch Wiederholung, Rhythmus und körperliche Präsenz einen Raum der Fokussierung und Entschleunigung eröffnen können. Zeichnung erscheint dabei zugleich als Arbeit und als Ruheform – als bewusste Tätigkeit, die Denken, Fühlen und Handeln verbindet.
Wir erproben Spaziergänge im Stadtraum, performative Zeichenexperimente sowie kollektive Arbeitsformate. Ein Projekt des Semesters ist die Entwicklung eines illustrativen Tagebuchbuches, das im Rahmen des BookBauFestivals in eine experimentelle Präsentationsform überführt wird.
- Dozent/in: Gin Bahc
- Dozent/in: Erik Sturm